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In den industrialisierten Ländern leidet knapp 1% der Bevölkerung an Epilepsie. Bei Epilepsie – es gibt dafür viele ursächliche Erkrankungen – treten epileptische Anfälle wiederholt und nicht provoziert auf. Die Ursache der epileptischen Anfälle besteht auch zwischen den Anfällen. Allerdings erleiden bis zu 10% der Bevölkerung sogenannte epileptische Gelegenheitsanfälle ohne an Epilepsie erkrankt zu sein. Auf der anderen Seite werden fast 20% anfallsartige Störungen – die ein ähnliches Erscheinungsbild wie epileptische Anfälle haben – fälschlicherweise als Epilepsie diagnostiziert und mit Antiepileptika behandelt.
Schwerpunkt in unserer Klinik ist deshalb die Abklärung von epilepsieverdächtigen Störungen mittels modernster Diagnostik und Einleitung der optimalen Behandlung. Sämtliche Untersuchungen und Therapien werden zweisprachig – deutsch/französisch – durchgeführt. Schwerpunkt unserer ambulanten und stationären Behandlung ist eine „Ganzheitliche Epilepsie-Therapie“, bei der nicht nur Medikamente verordnet werden sondern der Patient im Mittelpunkt steht. Unsere Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten entsprechen modernsten technischen Standards und fachlichen Erkenntnissen. Epilepsieverdächtige Anfälle und Epilepsieerkrankungen stellen die Hauptindikation für unsere medizinischen Abklärungen und Behandlungen im Bereich Epileptologie dar. In diesem Zusammenhang spielen oft auch psychologische und berufliche Fragen eine zentrale Rolle.
Seit über hundert Jahren leistet die Klinik Bethesda, als älteste Epilepsieklinik der Schweiz, einen Beitrag zur Behandlung und Vertiefung der Kenntnisse dieser Krankheit. Wichtig ist dabei auch die gute Vernetzung mit unseren Rehabilitationsabteilungen. |
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Ambulante Diagnostik und Behandlung
In unserer Klinikambulanz in Tschugg, sowie in unserem Ambulatorium in Bern besteht die Möglichkeit der ambulanten Behandlung, die ggf. auch kurzfristig erfolgen kann. In der Regel erfolgt die Einweisung über den Haus- oder Spezialarzt, aber auch eine direkte Anmeldung ist möglich. Eine kontinuierliche langjährige Betreuung durch einen Spezialarzt für Neurologie wird auf Wunsch ermöglicht. Ausreichende Konsultationszeiten sind für uns selbstverständlich.
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Neurophysiologisches Labor
Neben der klassischen EEG-Diagnostik können in unserem Neurophysiologischen Labor neben Standard- und Langzeit-EEG-Ableitungen vor allem auch stunden- oder tagelange Telemetrien (EEG-Ableitung mit gleichzeitiger Videoüberwachung des sich frei im Raum bewegenden Patienten), durchgeführt werden, ggf. auch nachts mit Polygraphieparametern.
Die Indikation für diese Untersuchungen muss von einem Arzt gestellt werden; eingehende Aufklärung durch den Arzt und das Einverständnis des Patienten sind Voraussetzung. |
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Untersuchungen in den Abteilungen Neuropsychologie, Psychotherapie, Sozialdienst, berufliche Abklärung oder Werktherapie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie erfolgen in der Regel nach Zuweisung durch unseren Ambulanzarzt oder den Haus- bzw. Spezialarzt.
Es besteht auch die Möglichkeit der Behandlung in unserer Epilepsie-Tagesklinik,wo sich Patienten bei einem mehrstündigen oder sogar ganztägigen Diagnostik- und Therapieangebot aufhalten können.
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Stationäre Bereiche (Akutbereich)
In bestimmten Fällen kann eine mehrtägige bis mehrwöchige Abklärung auf unserer Epilepsie-Aufnahme-Station angebracht sein. Die stationäre Behandlung aller Versicherungsklassen ist bei uns gewährleistet. Halb- und privatversicherte Patienten sind im Einzelzimmer untergebracht. In der Regel erfolgt die Zuweisung über den Haus- oder Spezialarzt. Auch auf der Station besteht – nach Absprache mit dem Patienten – die Möglichkeit der kontinuierlichen Überwachung mit Video und EEG um anfallsartige Ereignisse ausserhalb des Neurophysiologischen Labors zu erfassen. Ferner besteht eine enge Vernetzung mit dem Neurophysiologischen Labor, wo neben Standard- und Langzeit-EEG-Ableitungen vor allem auch stunden- oder tagelange Telemetrien (EEG-Ableitung mit gleichzeitiger Videoüberwachung des sich frei im Raum bewegenden Patienten) durchgeführt werden, ggf. auch nachts mit Polygraphieparametern, denn nicht selten werden nachts auftretende Schlafstörungen (Parasomnien) mit epileptischen Anfällen verwechselt.
Neben der Beeinflussung der Anfälle durch Medikamente und andere Massnahmen (inkl. Selbstkontrollstrategien) nehmen wir auch zur Möglichkeit der Durchführung operativer Massnahmen im Rahmen von Epilepsiechirurgie und zur Vagusnervstimulation Stellung. Dabei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Epilepsiebereich der Neurologie sowie der Neuroradiologie und Neurochirurgie am Inselspital.
Nach Absprache mit den Patienten kann abhängig von der Indikation für die stationäre Behandlung auch eine neuropsychologische Abklärung und Begleitung stattfinden. Im Bedarfsfall wird auch der Sozialdienst in den Behandlungsprozess einbezogen und der Patient abhängig von seiner Tätigkeit beruflich und/oder werktherapeutisch begleitet. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können weitere Bestandteile unserer ganzheitlichen Behandlung sein.
Der Grund für die stationäre Behandlung in unserer Klinik kann eine wenigtägige intensive Tag- und Nacht-Diagnostik auf der Station und im Neurophysiologischen Labor sein. Bei komplexeren Fällen sind allerdings die epilepsiespezifische ganzheitliche Diagnostik und Therapieangebote, ggf. mit individuell angepasster Tagesstruktur sehr wichtig, bei der die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Pflege und Therapien eine wichtige Rolle spielen. Ziel des Klinikaufenthaltes sind keine oder weniger Krisen durch die neue individuell angepasste Therapie und eine Steigerung der Lebensqualität.
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